UNVERTRÄGLICHKEIT

von Lebensmitteln

Wie unterscheide ich zwischen Allergie und Unverträglichkeit?

Bei einer Unverträglichkeit oder Intoleranz fehlen dem Körper z. B. Enzyme, um ein bestimmtesNahrungsmittel zu verdauen, es kommt zu Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall.
ABER: Bei einer Unverträglichkeit werden oft kleine Mengen des Nahrungsmittels vertragen.

Bei einer Allergie produziert der Körper Antikörper gegen Eiweißbestandteile in der Nahrung. Außerdem schüttet er Histamin aus, welches für die Symptome einer Allergie verantwortlich ist. Allergiker müssen bestimmte Nahrungsmittel deshalb komplett meiden, denn schon kleinste Mengenkönnen zu einem Allergieschock und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Welche Lebensmittelintoleranzen gibt es?

Am häufigsten reagieren Menschen auf Histamin, Fruktose, Laktose und Gluten

LAKTOSE: Bei einer Laktose-Intoleranz treten Beschwerden nach dem Verzehr von Milchzucker (Laktose) auf. Er steckt in Milch (rund 48 g/l), Quark, Schokolade, Speiseeis und vielen Fertiggerichten. Normalerweise wird Milchzucker im Dünndarmdurch Laktase gespalten und kann so ins Blut aufgenommen werden. Produziert der Körper dieses Enzym nicht, gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm In Deutschland sind 15 - 20 Prozent der Bevölkerung laktoseintolerant.

FRUKTOSE: Der Fruchtzucker steckt z. B.in Obst, Fruchtsaft, Marmelade, Honig und industriellen Backwaren. Eine Intoleranz kann angeboren (Hereditäre Intoleranz) sein oder erst später entstehen (Intestinale Intoleranz). Sie entsteht durch ein überlastetes Transportsystem im Dünndarm. Fruktose gelangt so in den Dickdarm. Dabei werden Stoffe produziert, die die Beschwerden auslösen. Etwa 30 Prozent der Deutschen sind betroffen.

GLUTEN: Bei einer Gluten-Intoleranz (Zöliakie) löst das in Getreide enthaltenen Klebereiweiß Gluten eine Reaktion in der Dünndarmschleimhaut aus. Das kann zu chronischen Entzündungen führen. Und: Die Darmzotten können sich zurückbilden - andere Intoleranzen sind die Folge. Gluten (Klebereiweiß) ist vor allem in Mehl, Nudeln und Bier. Es leiden etwa ein Prozent der Deutschen an einer Gluten-Unverträglichkeit.

HISTAMIN: Das bildet unser Körper nicht nur selbst, sondern es steckt auch vor allem in Alkohol, gereiftem Käse, Schokolade und Salami. Dieses Histamin aus der Nahrung wird im Dünndarm durch das Enzym Diaminooxidase abgebaut. Fehlt diese im Körper, ist eine Histamin-Intoleranz die Folge Etwa ein Prozent der Menschen hier reagiert auf histaminreiche Nahrungsmittel intolerant.

Was sind Symptome bei einer Intoleranz?

Bei Unverträglichkeit gegenüber Laktose, Fruktose und Gluten leiden Betroffene nach dem Verzehr unter Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit oder Sodbrennen. Typisch für eine Histamin-Unverträglichkeit ist der sogenannte "Flush": Gesicht und Hals werden rot und heiß, dazu können Kreislaufbeschwerden kommen.

Wie teste ich mich auf Intoleranzen?

Gehen Sie zum Hausarzt. Dieser wird einen H2-Atemtestmachen - oder einen Allergietest, wenn ei eine Allergie vermutet. Beim Atemtest wird der Wasserstoff in Ihrem Atem nach dem Verzehr von Laktose und Fruktose gemessen. Wasserstoff wird von Dickdarm-Bakterien gebildet, wenn Nahrung im Dünndarm nicht aufgenommen wird. Ist der Gehalt nach bestimmten Mahlzeiten höher. spricht dies für eine Intoleranz. Beim Allergietest versucht der Arzt, eine Allergie auszuschließen. Häufigste Verfahren sind der Prick-Test auf der Haut oder der RAST-Test, bei dem Blut auf Antikörper getestet wird.
WICHTIG: Wer auf Lebensmittel verzichtet, weil er eine Intoleranz vermutet, läuft Gefahr, sich nicht ausgewogen zu ernähren. Es könntenwichtige Nährstoffe fehlen. Deshalb sollten Sie sich immer testen lassen.

Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF)